Die Milch im Kaffee, der Joghurt zum Müsli und leckerer Käse auf dem Frühstücksbrötchen – für die meisten Menschen gehört das zum Alltag. Doch zahlreiche Menschen leiden unter Laktoseintoleranz: Sie können den Milchzucker, der in Milchprodukten enthalten ist, nicht verdauen. Ein unangenehmes Blähgefühl und Verdauungsprobleme sind die Folge. Während Hartkäse wegen des geringen Laktosegehaltes kaum Probleme macht und meist auch Joghurt und Quark verzehrt werden können, müssen Laktoseallergiker auf Kuhmilch und Sahne verzichten. Auch Milch von Schafen und Ziegen enthält übrigens Laktose – ein einfacher Wechsel auf diese Produkte bringt daher keine Entlastung.
Fehlendes Enzym führt zu Verdauungsproblemen
Die Laktoseintoleranz kommt zustande, da Menschen im Laufe des Lebens das Enzym Laktase nicht mehr von selbst bilden. Laktase spaltet den Milchzucker und macht ihn dadurch verdaulich. Der Organismus von Säuglingen kann dieses Enzym noch produzieren, damit Muttermilch verdaut werden kann; normalerweise ist es für erwachsene Menschen allerdings nicht nötig, Milch und Milchprodukte zu verdauen, daher sinkt die Aktivität der Laktase nach dem Abstillen auf etwa fünf bis zehn Prozent. Die europäische Gesellschaft verfügt nun aber, wie auch andere Kulturen, über eine lange Tradition der Milchwirtschaft. Aus diesem Grund hat sich bei den meisten Menschen eine Mutation durchgesetzt, durch die der Organismus Laktase bis ins hohe Alter produziert.
Fehlt diese Mutation und wird das Enzym eben nicht mehr produziert, führt dies zur Laktosemalabsorbtion, zur mangelnden Fähigkeit, Milchzucker zu verdauen. Personen, die davon betroffen sind, haben nun verschiedene Möglichkeiten: Sie können Laktase über Tabletten zuführen – diese gibt es mittlerweile in der Apotheke. Alternativ können sie aber auch auf laktosehaltige Produkte verzichten. Ein breites Angebot an laktosereduzierten Milchprodukten aus Kuhmilch sowie an Ersatzprodukten auf Sojabasis macht die Auswahl heute leicht.
Ersatzprodukte: Laktosereduziert oder auf Sojabasis
Käse, Joghurt, Quark und sogar Milchschokolade findet man heute in großer Zahl auch in der laktosereduzierten Variante in den Supermärkten. Laktosereduzierte Milch schmeckt meist etwas süßer als gewöhnliche Kuhmilch, da der Milchzucker durch gewöhnlichen Zucker ersetzt wurde. Zudem sind diese Produkte etwas teurer als herkömmliche Kuhmilch. Eine günstige und gesunde Alternative sind Sojamilch, Reismilch oder Hafermilch.
Milchprodukte schmackhaft zu ersetzen, fällt heute also leicht. Auf die meisten Käsesorten müssen viele Laktoseallergiker in aller Regel nicht verzichten; je länger der Käse reift, umso niedriger ist der Laktosegehalt. Beim Einkauf ist dennoch ein genaues Studium der Zutatenliste notwendig: Laktose wird vielen Produkten, von der Wurst bis hin zu Kartoffelchips, als geschmacksverstärkende Zutat zugesetzt.