Das Oktoberfest gehört zu München wie das Hofbräuhaus oder der Englische Garten. Seit 1810 findet das europaweit größte Volksfest auf der Münchner Theresienwiese statt – rund sechs Millionen Besucher verzeichnet das Spektakel von Jahr zu Jahr. Im Vordergrund stehen auf der Wiesn nicht nur gesehen und gesehen werden beim Schaulaufen vor den Festzelten und die obligatorische Maß Bier – zu einem stilechten Wiesn-Besuch gehört auch zünftiges bayerisches Essen. Das Spanferkel ist traditioneller Bestandteil der deftigen Küche. Am Stück über offen glühender Kohle gegrillt, ist die Schwarte des Ferkels besonders knusprig, das Fleisch ist einmalig zart.
Nicht nur auf dem Oktoberfest ist das Spanferkelgrillen ein Highlight. Für die persönliche Grillfete stellt diese Art, Schweinefleisch zuzubereiten, einen absoluten Hingucker dar. Der bedarf aber einiges an Vorbereitung und Planung. Bereits einen Tag vor dem Grillereignis wird das Spanferkel vorbereitet: Die Haut wird rundherum eingeritzt, das Schwein wird mit Gewürzen wie Kümmel, Paprika, Pfeffer, Salz und eventuell etwas Knoblauch eingerieben. Über Nacht können die Gewürze in das Fleisch einziehen und das Salz verleiht ihm einen leichten Pökeleffekt.
Nach dem Würzen wird das Ferkel auf den Spieß gesteckt, an dem es gegrillt wird. In der Regel erledigt dies ein guter Metzger. Zum Grillen benötigt man auf jeden Fall ausreichend Platz, um die Kohle zu verteilen, damit das Spanferkel von allen Seiten gleichmäßig gebräunt werden kann. Zunächst sollte die Kohle in der Mitte kräftig befeuert werden, nach etwa einer Stunde Grillzeit sollte sich die Glut auf die vorderen und hinteren Partien konzentrieren – in die Mitte zieht die Hitze von dort automatisch. Alle halbe Stunde wird das Schwein mit Öl abgerieben.
Nun ist Geduld gefragt – ein Ferkel am Stück braucht Zeit zum Garen. Fertig gegrillt ist es, wenn die Innentemperatur etwa 70 Grad beträgt. Der Name des Spanferkels kommt übrigens nicht etwa von dem Spieß, an dem es gegrillt wird. Span geht auf das altgermanische spänen zurück, was soviel wie säugen bedeutet. Der Name Spanferkel ist also ein Hinweis darauf, dass die Ferkel geschlachtet werden, während sie noch säugen, im Alter von etwa sechs Wochen.