Innen weich, außen knusprig und in der Mitte ein Loch – nein, das sind keine Donuts oder Krapfen, das sind Bagels. Das runde Gebäckstück stammt aus der jüdischen Küche, eroberte zunächst die USA und ist nun auch in deutschen Imbissen und Coffee Shops immer häufiger anzutreffen. Ein Bagel ist zäher als ein herkömmliches Brötchen, macht länger satt und ist längst nicht nur für das Frühstück geeignet.
Heute ist uns der Bagel als typisch US-amerikanisches Gebäck im Kopf. Ursprünglich erfunden wurde er allerdings von einem jüdischen Bäcker in Wien. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts gelangte der Bagel mit jüdischen Einwanderern auch in die USA.
Es gibt das Gebäck in unzähligen Variationen, pur, mit Sonnenblumen- oder Kürbiskernen, mit Mohn, mit Nüssen oder auch als süße Variante mit Cranberries, den amerikanischen Preiselbeeren. Genauso vielfältig sind die Belege: In der klassischen Variante wird der Bagel mit Frischkäse und Lachs – oder amerikanisch: Cream Cheese and Salmon – belegt. Diese Variante berücksichtigt die jüdischen Vorgaben einer koscheren Küche. Darüber hinaus sind dem eigenen Geschmack keine Grenzen gesetzt; ob süß oder herzhaft, der Bagel schmeckt in allen Ausführungen.
Bagels bestehen aus einem Hefeteig. Im Unterschied zum Brötchen wird der Bagelteig nach der Zubereitung nicht sofort gebacken. Zunächst kommt er über Nacht in den Kühlschrank zum Ruhen. Am nächsten Tag wird der Bagel in Honigwasser gekocht, was ihm seine typische Konsistenz verleiht. Für jede Seite lässt man ihn etwa 30 Sekunden im Honigwasser ziehen. Erst anschließend wird er mit einem verquirltem Ei bestrichen und fertig gebacken. Bagels lassen sich so auch gut vorbereiten: Der Teig hält sich im Kühlschrank mehrere Tage lang – hat man Appetit auf etwas Frisches zum Frühstück, kocht man ihn einfach auf und gibt ihn anschließend in den Backofen.